Grußwort von Markus Liebelt

Monatsspruch für September 26

„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind“

Prediger 4,6

Dieser Spruch aus dem Buch Prediger (Kohlet) stellt zwei grundlegende Lebenshaltungen gegeneinander auf.

Auf der einen Seite steht der Mensch mit zwei gefüllten Fäusten.

Beide Hände voll zu haben, symbolisiert ein Streben nach maximalem Erfolg, Besitz und Leistung.

Beide Hände sind voll – aber zu Fäusten geballt. Sie sind krampfhaft geschlossen. Loslassen ist keine Option.

Dahinter steht die ständige Angst, das Erreichte wieder zu verlieren.

Der Text bezeichnet dieses pausenlose Hinterherjagen nach mehr treffend als „Haschen nach Wind“ – eine metaphorische Kraftanstrengung, bei der am Ende nichts Greifbares in den Händen bleibt.

Zudem ist eine geschlossene Faust unfähig zu empfangen oder zu teilen; sie ist starr und verkrampft.

Auf der anderen Seite steht die eine offene Hand voll mit Ruhe. Sie steht für ein Leben in Ausgewogenheit und Genügsamkeit.

Eine Hand reicht aus, um das Lebensnotwendige zu halten – die andere Hand bleibt frei.

Frei zum Geben und Frei für Beziehungen zu den Mitmenschen und zu Gott.

Die offene Hand mit Ruhe bedeutet Gelassenheit.

Ich kann und darf dem Herrn in allen Dingen vertrauen.

Mit einem herzlichen Gruß,

Markus Liebelt